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JAKZ Hotel Herten im Test: Warum ich die zweite bezahlte Nacht lieber nach Hause gefahren bin

Für meinen Besuch beim Gravel Ground in Herten war ich für Biele.Bike und Midlife Biking unterwegs. Da ich an mehreren Tagen vor Ort sein wollte, lag es nahe, mir direkt in Herten ein Hotel zu suchen. Meine Wahl fiel auf das JAKZ Hotel, wo ich zwei Nächte gebucht und bereits vor der Anreise bezahlt hatte. Viel Luxus brauche ich bei solchen Aufenthalten eigentlich nicht. Ein sauberes Zimmer, eine vernünftige Dusche und ein Bett, in dem ich nach einem langen Tag schlafen kann, reichen mir vollkommen aus. Am Ende habe ich trotzdem nur eine der beiden gebuchten Nächte im Hotel verbracht.

Schon die Ankunft sorgte bei mir für erste Fragezeichen. Der kostenlose Parkplatz befindet sich im hinteren Bereich des Gebäudes und der erste Eindruck war ehrlich gesagt alles andere als einladend. Einige Türen wirkten verschlossen beziehungsweise vernagelt, das gesamte Umfeld machte einen etwas in die Jahre gekommenen Eindruck und ich war mir zunächst nicht einmal sicher, ob das Hotel überhaupt noch geöffnet war. Da es keine klassische Anreise mit Rezeption gab und ich das Zimmer bereits im Vorfeld bezahlt hatte, kam mir tatsächlich kurz der Gedanke, ob ich möglicherweise auf irgendeinen Betrug hereingefallen war.

Nach etwas Orientierung fand ich schließlich den richtigen Eingang und auch die Schlüsseltresore. Über den zuvor übermittelten PIN konnte ich meinen Tresor öffnen und hielt kurze Zeit später den Schlüssel für Zimmer 5 in der Hand. Damit war zumindest schon einmal klar, dass es das Hotel tatsächlich gab und meine Reservierung ebenfalls.

Mein Zimmer im JAKZ Hotel

Mein Zimmer befand sich in der ersten Etage und war ziemlich kompakt geschnitten. Für einen einzelnen Reisenden und zwei Übernachtungen wäre die Größe für mich grundsätzlich aber völlig ausreichend gewesen. Das Zimmer war zweckmäßig eingerichtet und bot im Prinzip alles, was man von einem einfachen Hotelzimmer erwartet. Es gab ein Bett, einen Schreibtisch beziehungsweise eine Ablagefläche, einen Fernseher, einen kleinen Kühlschrank und ein eigenes Badezimmer. Der Kühlschrank war bei meiner Ankunft allerdings ausgeschaltet.

Bei der ersten Besichtigung fiel mir dann ein deutlich wichtigeres Detail auf: Im Badezimmer gab es kein Toilettenpapier. Offenbar hatte man bei der Reinigung vergessen, neues Papier nachzulegen. Ich rief daraufhin beim Hotelsupport an und ungefähr 20 Minuten später kam ein freundlicher Mitarbeiter vorbei, der mir zwei Rollen brachte. Die Reaktion auf meinen Anruf war also schnell und unkompliziert, trotzdem sollte ein vollständig vorbereitetes Badezimmer natürlich eigentlich zum Standard gehören.

Nachdem ich den ersten Tag auf dem Gravel Ground verbracht hatte, ging es am Abend zurück ins Hotel. Nach mehreren Stunden auf dem Veranstaltungsgelände freute ich mich vor allem auf eine warme Dusche. Genau die entwickelte sich allerdings zu einem der größten Kritikpunkte meines Aufenthalts.

Die Dusche war für mich ein Totalausfall

Auf den ersten Blick sah das Badezimmer sogar recht interessant aus. Die Wand rund um Waschbecken und Spiegel ist mit auffälligen Mosaikfliesen gestaltet und in der Dusche befindet sich eine große Regendusche. In der Praxis funktionierte diese allerdings alles andere als überzeugend. Aus einigen Öffnungen kamen lediglich dünne Wasserstrahlen, während sich ein großer Teil des Wassers am unteren Rand des Duschkopfes sammelte und anschließend in dicken Tropfen und Strahlen herunterlief.

Hinzu kam, dass es mehrere Minuten dauerte, bis das Wasser überhaupt richtig warm wurde. Ich würde schätzen, dass ungefähr fünf Minuten vergingen, bevor aus dem zunächst lauwarmen Wasser eine angenehme Temperatur wurde. Mein Versuch, stattdessen die vorhandene Handbrause zu nutzen, scheiterte ebenfalls. Dort spritzte das Wasser an verschiedenen Stellen heraus, nur am eigentlichen Duschkopf kam kaum etwas an. Also blieb mir letztendlich nichts anderes übrig, als wieder auf die Regendusche umzuschalten und mich damit zu arrangieren. Für mich persönlich war die Dusche klar der schwächste Punkt der Ausstattung und bekommt maximal einen von fünf Sternen.

Sauberkeit mit Luft nach oben

Die Sauberkeit des Zimmers würde ich als grundsätzlich okay bezeichnen, mehr aber auch nicht. Auf den ersten Blick wirkte das Zimmer gereinigt, die Bettwäsche war frisch und auch Handtücher lagen bereit. Bei genauerem Hinsehen fand sich allerdings das eine oder andere fremde Haar und auch die Wände hatten an verschiedenen Stellen sichtbare Flecken oder Gebrauchsspuren.

Mich persönlich bringt ein einzelnes Haar noch nicht dazu, sofort wieder abzureisen. Trotzdem gehört so etwas natürlich nicht in ein frisch gereinigtes Hotelzimmer. Gerade Gäste, die bei der Sauberkeit sehr empfindlich sind, könnten sich daran deutlich stärker stören. Insgesamt wirkte das Zimmer für mich daher nicht ungepflegt, aber eben auch nicht so sauber, dass ich dafür eine besonders gute Bewertung vergeben würde.

Smart-TV und Ausstattung waren grundsätzlich in Ordnung

Ein kleiner Pluspunkt war der Smart-TV im Zimmer. Dieser bot zahlreiche Apps und Streamingmöglichkeiten. Teilweise hätte ich mich dort auch mit meinen eigenen Zugangsdaten anmelden können. Da mein Vertrauen in fremde Smart-TVs allerdings eher überschaubar ist, habe ich darauf verzichtet und ausschließlich vorhandene Gastzugänge beziehungsweise frei verfügbare Inhalte genutzt.

Das Bett selbst war für mich als einzelne Person ausreichend groß und zunächst auch bequem. Insgesamt hätte ich mit der Ausstattung des Zimmers durchaus leben können. Das eigentliche Problem begann erst, als am Abend der Fernseher ausgeschaltet war und ich schlafen wollte.

Schlafen wurde zur eigentlichen Herausforderung

Die Zimmertür war offenbar nicht besonders dicht. Durch die Spalten fiel sichtbar Licht in das Zimmer und Geräusche aus dem Flur waren entsprechend deutlich zu hören. Teilweise klangen Gespräche und Bewegungen anderer Gäste so nah, als würden sie direkt im Zimmer stattfinden. Besonders störend war allerdings, dass die Zimmertür immer wieder klapperte, wenn irgendwo im Eingangsbereich eine Tür geöffnet oder geschlossen wurde.

Gerade nachts sorgte das mehrfach dafür, dass ich aufgeschreckt bin, weil es sich im ersten Moment so anhörte, als würde gerade jemand versuchen, mein Zimmer zu betreten. Wirklich entspannter Schlaf sieht für mich anders aus.

Ein weiteres Problem war die Lage meines Fensters. Direkt davor befindet sich im Innenhof ein Außenbereich der angeschlossenen Gastronomie beziehungsweise des Cafés. Dort saßen am Abend Personen und unterhielten sich, wodurch Schlafen mit gekipptem Fenster für mich kaum möglich war. Also musste das Fenster geschlossen bleiben. Für mich persönlich ist das besonders unangenehm, da ich zu Hause praktisch immer mit komplett geöffnetem Fenster schlafe.

Das auffällige Rollo vor dem Fenster sorgte immerhin dafür, dass der Raum einigermaßen abgedunkelt werden konnte. Das war auch nötig, denn gegenüber des Fensters befindet sich ein Hauseingang, dessen Außenbeleuchtung während der Nacht eingeschaltet blieb.

Auch außerhalb des Hotels war es nicht gerade ruhig

Da sich das Hotel direkt an einer Straße befindet, muss man natürlich grundsätzlich mit Verkehrsgeräuschen rechnen. Ich erwarte bei einem Hotel mitten in Herten keine absolute Ruhe wie irgendwo auf dem Land. In dieser Nacht kam allerdings noch ein besonders motivierter Fahrer dazu, der mit einem Lamborghini offenbar mehrfach die Straße hoch und runter fahren musste.

Zusammen mit den Geräuschen aus dem Hotel, der klappernden Tür, dem geschlossenen Fenster und den Stimmen aus dem Außenbereich wurde aus der geplanten erholsamen Nacht am Ende eine ziemlich kurze Angelegenheit. Nach ungefähr drei Stunden Schlaf ging es für mich am nächsten Morgen wieder zum Gravel Ground.

Wer sich übrigens für Gravelbikes, Mountainbikes und alles rund um Fahrräder interessiert, findet auf Biele.Bike und bei Midlife Biking weitere Beiträge und Videos zum Gravel Ground in Herten.

Zweite Nacht bezahlt und trotzdem nach Hause gefahren

Während des zweiten Tages auf dem Event stellte sich für mich irgendwann die Frage, ob ich wirklich noch eine weitere Nacht im JAKZ Hotel verbringen wollte. Eigentlich war die Entscheidung wirtschaftlich ziemlich unsinnig, denn das Zimmer war bereits vollständig bezahlt. Trotzdem hatte ich nach der ersten Nacht schlicht keine Lust darauf, das Ganze noch einmal zu wiederholen.

Also packte ich am Abend meine Sachen ins Auto und entschied mich für die etwas mehr als einstündige Fahrt nach Hause. Dass ich lieber auf eine bereits bezahlte Übernachtung verzichtet habe, sagt aus meiner Sicht relativ viel über meinen persönlichen Eindruck aus. Normalerweise versuche ich schon, eine gebuchte und bezahlte Leistung auch zu nutzen. In diesem Fall war mir die Aussicht auf mein eigenes Bett allerdings deutlich wichtiger.

Was bietet das JAKZ Hotel grundsätzlich?

Das JAKZ Hotel befindet sich an der Ewaldstraße in Herten und liegt unter anderem relativ günstig für Besucher der Zeche Ewald und der Halde Hoheward. Kostenlose Parkmöglichkeiten am Hotel sind vorhanden, was gerade bei einer Anreise mit dem Auto ein echter Vorteil ist. Angeboten werden verschiedene Zimmerkategorien und auch Frühstück kann gebucht werden.

Die grundsätzliche Idee des Hotels ist für kurze Aufenthalte eigentlich durchaus interessant. Wer unkompliziert übernachten möchte und auf umfangreichen Hotelservice verzichten kann, bekommt hier eine zweckmäßige Unterkunft. Meine persönlichen Erfahrungen zeigen allerdings auch, wie stark der Gesamteindruck eines Hotels davon abhängt, ob die grundlegenden Dinge funktionieren. Gerade Dusche, Sauberkeit und vor allem ein ruhiger Schlaf sind für mich wichtiger als eine besonders umfangreiche Ausstattung.

Mein Fazit zum JAKZ Hotel Herten

Für die beiden Nächte habe ich insgesamt rund 145 Euro bezahlt. Für meinen persönlichen Aufenthalt empfand ich diesen Preis rückblickend als nicht gerechtfertigt. Positiv hervorheben möchte ich den kostenlosen Parkplatz, die grundsätzlich vorhandene Ausstattung, den Smart-TV und vor allem den freundlichen Mitarbeiter, der nach meinem Anruf schnell das fehlende Toilettenpapier vorbeibrachte.

Dem gegenüber stehen allerdings mehrere Punkte, die für mich bei einem Hotel entscheidend sind. Die Dusche war während meines Aufenthalts in einem schlechten Zustand, die Sauberkeit war nur durchschnittlich und die Geräuschkulisse im Zimmer machte erholsamen Schlaf für mich nahezu unmöglich. Dazu kamen die klappernde Zimmertür und die Situation rund um das Fenster und den Außenbereich.

Natürlich handelt es sich hierbei um meine persönliche Erfahrung mit Zimmer 5 an genau diesem Wochenende. Ein anderer Gast, ein anderes Zimmer oder eine andere Auslastung des Hotels können selbstverständlich zu einem ganz anderen Eindruck führen. Trotzdem muss ich einen Hoteltest anhand meines eigenen Aufenthalts bewerten und der war für mich insgesamt enttäuschend.

Meine Bewertung des JAKZ Hotels

Unter dem Strich komme ich daher auf 2 von 5 Sternen. Für einen einzelnen Stern gab es durchaus zu viele positive Aspekte. Mehr als zwei Sterne kann ich nach meiner persönlichen Erfahrung allerdings ebenfalls nicht vergeben. Ein Hotel muss für mich vor allem zwei Dinge ermöglichen: Ich möchte vernünftig duschen und anschließend vernünftig schlafen können. Genau das hat während meines Aufenthalts leider nicht funktioniert.

JAKZ Hotel Herten im Test

Lage und Parkmöglichkeit
Ausstattung
Sauberkeit
Bad und Dusche
Ruhe, schlafkomfort
Service
Preis/ Leistung

Zweckmäßig ausgestattet, aber mit deutlichen Schwächen

Das JAKZ Hotel bietet eine einfache Unterkunft mit kostenlosem Parkplatz und grundsätzlich ausreichender Ausstattung. Positiv waren der schnelle Support und der Smart-TV, negativ fielen bei meinem Aufenthalt vor allem die mangelhafte Dusche, die Hellhörigkeit, die klappernde Zimmertür und die nur durchschnittliche Sauberkeit auf. Insgesamt reicht es daher nur für 2 von 5 Sternen.

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